Wenn man genau hinschaut, gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen dem Nikolaus und dem Weih­nachtsmann. Beide gehen auf den Nikolaus von Myra zu­rück, der vor mehr als 1700 Jahren in der Türkei geboren wurde. Mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Als seine Eltern starben, erbte er ihr Vermögen. Doch Nikolaus wollte es nicht haben und verschenkte es an die Armen. Weil er so viel Gutes tat, ernannten ihn die Menschen der Stadt Myra, wo er lebte, zum Bischof. Nach seinem Tod entstanden zahlreiche Geschichten. Zum Beispiel soll er drei Männer gerettet haben, die zu Unrecht zum Tod ver­urteilt worden waren. Nikolaus erschien im Traum dem Kaiser und bat um ihre Befreiung. Vor mehr als 450 Jahren brachte Nikolaus Kindern zum ersten Mal Geschenke. Seit dieser Zeit beschenkt der Nikolaus mit Bischofsmütze und Bischofsstab am Vorabend des Nikolaustages, also am 5. Dezember, oft zusammen mit seinem Helfer Knecht Rup­recht die Kinder. Vor 200 Jahren verschmolz der Nikolaus mit seinem Begleiter, dem Knecht Ruprecht: Der Bischof übernahm dessen Stiefel, den Sack und die Rute – und es entstand der Weihnachtsmann. In Neu­Amsterdam, dem heutigen Manhattan in New York, wurde aus dem Heiligen Nikolaus, der in den Niederlanden Sinterklaas hieß, der Santa Claus – der Weihnachtsmann. Er wurde als lustiger Elf mit rundem Bauch, ganz in Fell gekleidet, mit rosigen Bäckchen, einem langen, schneeweißen Bart und einer Pfeife beschrieben. Und er brachte die Geschenke nicht am Nikolaustag, sondern am 25. Dezember.